Wiedereinstieg Blog von Branka KramaricWiedereinstieg Blog

21. Februar 2011 // Der Mann geht arbeiten und die Frau bleibt zu Hause

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist gerade für Frauen ein großer Nachteil in Bezug auf die persönliche Erwerbsbiografie und Alterssicherung. Spätestens wenn Kinder kommen, geraten Frauen und Männer in die Traditionalisierungsfalle.

Die Zahlen der EU- Kommission belegen, dass Frauen in Paarhaushalten mit Kindern in Deutschland im europäischen Vergleich überdurchschnittlich intensiv durch die Arbeit für Haus und Familie eingespannt sind. Dies betrifft auch gut qualifizierte Mütter, auch wenn sie weit unter ihren beruflichen Möglichkeiten bleiben. Die Partner- und kinderlosen Frauen in Deutschland stellen deshalb die mobilsten Erwerbstätigen dar.

Das Institut Arbeit und Qualifikation ermittelte, dass heute viel mehr verheiratete Frauen, oder Frauen mit Kindern erwerbstätig sind, dennoch investieren sie weniger Stunden in diese Erwerbstätigkeit. 2001 lag die wöchentliche Arbeitszeit bei 30,2 Stunden und 2006 bei mehr als einer Stunde weniger. Die Frauen in Westdeutschland haben mit 18,2 Wochenstunden so kurze Arbeitszeiten, wie sonst in keinem anderen europäischen Land.

Dabei wünschen sich in Westdeutschland die in Teilzeit arbeitenden Frauen längere Arbeitszeiten, während Männer zu einer Verkürzung der Arbeitszeit tendieren. Frauen wollen aber nur 30 Stunden arbeiten und Männer 39.

Auch wenn inzwischen mehr Väter für eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf plädieren, bleibt das eher die Seltenheit. Männer, die auf familiäre Verpflichtungen hinweisen, ernten von Kollegen und Vorgesetzten nicht selten Unverständnis. Außerdem sind Frauen in den meisten Fällen eher die Geringverdiener und steigen deshalb nach der Geburt des Kindes aus dem Berufleben aus – häufig länger als vorgesehen.

Da Mütter sich oft noch selbst um die Kinder kümmern möchten, kehren sie häufig nur in Teilzeit in das Arbeitsleben zurück. Dabei spielt aber auch eine mangelnde Verfügbarkeit von Kinderbetreuung eine Rolle.

Das Bundesfamilienministerium macht in einer repräsentativen Untersuchung deutlich, dass eine Berufsrückkehrerin auf die Unterstützung aller Familienmitglieder angewiesen ist. Dennoch sind viele Männer immer noch der Meinung, dass die Frau dafür selbst zuständig ist. Dabei tragen Frauen schon die Hauptlast der täglich anfallenden Aufgaben im Haushalt und der Kinderbetreuung.

Forscher haben festgestellt, dass in Haushalten mit hohem Einkommen vermehrt Dienstleistungen in Anspruch genommen werden. Ein Ausbau solcher haushalts- und personenbezogenen Dienstleistungen wird gefordert, ist aber ohne staatliche Hilfen nicht möglich.

Zeit für die Familie und die Übergänge zwischen den Lebensphasen flexibler gestalten zu können, wird heute von Männern und Frauen gewünscht.

Branka Kramaric am 21. Februar 2011 um 16:32 Uhr
 
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