Wiedereinstieg Blog von Branka KramaricWiedereinstieg Blog

6. April 2012 // Frauen um die 50 – Chancen beim Wiedereinstieg

Sabine, Ute und Kerstin – drei Frauen, die nach einem erfolgreich absolvierten Studium eine Familie gegründet haben. Sie haben sich in der Krabbelgruppe, im Kindergarten und in der Schule engagiert. Haben gebastelt, Hausaufgaben beaufsichtigt, Nachhilfe erteilt,  Kindergeburtstage und Veranstaltungen  organisiert, waren in Elternbeiräten und Fördervereinen aktiv. Sie haben ihre Kinder zum Sport, zur Musikschule, zum Tanzunterricht gefahren – bis diese selbst den Führerschein hatten und mit Mamas Kleinwagen in die Disko sind.

Ihre Partner haben in der Zwischenzeit eine berufliche Karriere gemacht, sind erfolgreich in der Verwaltung, der Industrie und im Dienstleistungssektor aufgestiegen. Zeitgleich mit den Kindern sind auch sie aufgebrochen – zu neuen Zielen – mit neuen Partnerinnen.

Sabine, Ute und Kerstin sind Anfang 50. Sie hatten eine gute Ausbildung, hatten berufliche Ziele, die sie wegen dem Partner und den Kindern zurückgestellt haben. Sie waren immer engagiert und aktiv, haben gearbeitet – nur nicht auf dem Arbeitsmarkt. Nun suchen sie für den Rest ihres Arbeitslebens eine berufliche “Herausforderung”.

“Ich kann mir vieles vorstellen, habe gute Ideen, letztes Jahr habe ich sogar noch einen Computerführerschein bei der VHS gemacht. Mein Englisch ist topp.” erzählt Kerstin. Sie hat bei der Arbeitsagentur ein Beratungsgespräch gehabt. “Die Beraterin hat mir gesagt, es gäbe keine Stelle für mich im Büro oder Verwaltungsbereich. Sie hat mir vorgeschlagen, eine Ausbildung in der Altenpflege zu machen. Das kann ich mir für mich allerdings nicht vorstellen. Ich habe selbst meinen Vater gepflegt, die letzten drei Jahre. Ich weiß, was das bedeutet. Beworben habe ich mich auch schon auf verschiedene Anzeigen hin. Zum Teil habe ich, selbst auf Nachfrage, keine Antwort erhalten. Nun weiß ich nicht weiter.”

Sabine, Kerstin und Ute sind nicht allein. Es gibt viele Frauen wie sie. Allen gemeinsam ist, dass sie es sehr schwer haben, überhaupt wieder in den Arbeitsmarkt hinein zu kommen. Auch wenn es überall heißt, dass es einen großen Fachkräftemangel gibt – für Frauen über 50 scheint dies nicht zu gelten. Stellen, die den Frauen angeboten werden, sind fast ausschließlich im niedrig qualifizierten Bereich und auf Minijob-Basis. Leben kann davon keine.

Die drei Frauen haben sich in der Beratungsstelle Frauen im Beruf kennen gelernt. Gemeinsam mit der Beraterin haben sie für sich eine andere Strategie jenseits der klassischen Bewerbung auf Stellenanzeigen eingesetzt. Ute hat jetzt eine Stelle bei einem Personaldienstleister. Und die anderen beiden sind sich sicher, auch bald zeigen zu können, was sie drauf haben. Die Beraterin bei “Frauen im Beruf” rät:  “Frauen sollten aktiv von sich aus auf Unternehmen zugehen und das persönliche Gespräch suchen. So können sie mit ihrer Ausstrahlung und ihrem Auftreten überzeugen. Das verbessert die Chancen ungemein.”

Branka Kramaric am 6. April 2012 um 17:14 Uhr
 
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