Wiedereinstieg Blog von Branka KramaricWiedereinstieg Blog

23. März 2012 // Lohngerechtigkeit – da tut sich nichts

Jedes Jahr wird mit dem Equal Pay Day auf den Entgeltunterschied zwischen Frauen und Männern aufmerksam gemacht. Das Statistische Bundesamt hat für das Jahr 2011 wieder seine Zahlen vorgelegt. Die sind wenig überraschend: Wie auch in den Vorjahren klaffen die Bruttostundenverdienste der Geschlechter im Jahr 2011 um rund 23 Prozent auseinander. Trotz vieler Diskussionen und Lippenbekenntnisse, gab es keine Änderung zugungsten der Frauen – es bewegt sich wenig bei diesem Thema. Im Gegenteil, der Anteil der Frauen in den Niedriglohnsegmenten nimmt immer weiter zu.

Die Ursachen für die Lohnunterschiede sind in verschiedenen Bereichen zu finden. Auch wenn gerade jüngere Frauen die Schulen und Hochschulen meist besser ausgebildet als Männer verlassen, so steigen sie doch meist mit niedrigen Gehältern ein.  Und selbst diejenigen, die auf gleichem Niveau wie ihre männlichen Kollegen starten, liegen bereits nach wenigen Jahren hinter diesen zurück. Dies lässt sich nur zum Teil durch eine frauenspezifische Berufswahl erklären. Es trifft genauso auf gut qualifizierte Ingenieurinnen zu.

Zudem unterbrechen Frauen noch wesentlich häufiger und länger als Männer aus familiären Gründen ihre Erwerbstätigkeit. Und das in einem Alter, in dem es Schritt für Schritt die Karriereleiter hochgeht. Entsprechend stark nimmt die Entgeltlücke ab einem Alter von 25 bis 40 Jahren zu. Nicht selten wird dann auc hdie Rückkehr ind den Beruf erschwert, weil es nicht genügend Betreuungsmöglichkeiten für den Nachwuchs gibt. So erfolgt der Wiedereinstieg im schlecht bezahlten Minijob ohne soziale Sicherung oder in Teilzeit mit wenig Chancen auf lukrative Projekte und Aufstieg.

Schon ein größeres Angebot an Kinderbetreuungsplätzen für Kleinkinder, idealerweise mit flexiblen Ganztagsangeboten, würde Frauen bessere Chancen auf Lohngerechtigkeit bieten. Aber auch die Unternehmen sind hier gefragt. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels sollten sie es sich heute eigentlich nicht mehr leisten, auf die gut qualifizierten Frauen zu verzichten.

Familienfreundliche Rahmenbedingungen für Männer und Frauen und eine bessere Lohngerechtigkeit sollten heute für jeden Arbeitgeber selbstverständlich sein. Auf staatliche Unterstützung zum Beispiel durch den Ausbau der Kinderbetreuung zu hoffen, ist dabei wenig angebracht. Mit Kreativität und Eigeninitiative lassen sich auch heute schon flexible Angebote schaffen. Man muss es nur tun!

Equal Pay Day 2012 – BPW e.V. Spot auf You Tube

Branka Kramaric am 23. März 2012 um 10:52 Uhr
 
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