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20. März 2012 // Mit Zuverdienst aus der Altersarmut ?

Immer mehr Rentner und Rentnerinnen sind auf einen Zuverdienst angewiesen. Ganz besonders trifft dies Frauen. Familienpausen, Teilzeitbeschäftigung und geringere Löhne (29 % der Frauen arbeiten im Niedriglohnbereich) führen am Ende zu niedrigen Renten. Frauen erhalten durchschnittlich 473 € Rente im Monat und 65 % aller Rentnerinnen müssen heute mit bis zu 600 € monatlich auskommen.

Da ist ein Zuverdienst bitter nötig. Aber dem Zuverdienst sind enge Grenzen gesetzt. Wer eine Rente bezieht, bevor die entsprechende Altersgrenze erreicht ist, darf bislang nur 400 Euro pro Monat dazuverdienen. Nun wird im Bundesarbeitsministerium die Erhöhung dieses Betrags diskutiert. Damit soll ein Anreiz zur Arbeit von Frührentnern und -rentnerinnen geschaffen werden, um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken. Allerdings wird dabei übersehen, dass eine vorzeitige Verrentung nicht “aus Lust und Laune” geschieht, sondern dem häufig lange Phasen der Erwerbsunfähigkeit oder Erwerbsminderung vorausgehen.

Die Bundesarbeitsministerin sieht das anders: Wer frühzeitig in den Ruhestand geht, soll nebenher einen weiteren Karriereschritt machen und kräftig hinzuverdienen können – und gleichzeitig den Bund entlasten. Dazu hat Ursula von der Leyen ihre Pläne für die neue Kombirente vorgelegt. Statt der bisherigen starren Grenzen von 400 €, soll in Zukunft das höchste Einkommen der letzten 15 Jahre die Obergrenze bilden.

Allerdings gelten die neuen Grenzen zum Hinzuverdienst bei einer Kombirente nur für Versicherte, die mindestens 63 Jahre alt sind und 35 Versicherungsjahre nachweisen können. Somit können das zum Beispiel Schwerbehinderte in Anspruch nehmen, deren maßgebliche Altersgrenze seit Anfang des Jahres schrittweise von 60 auf 62 angehoben wird. So ist die Kombirente nur für eine kleine Gruppe Personen praktikabel.

Ein Weg aus der weiblichen Altersarmut ist dies nicht. Viele Rentnerinnen werden auf eine Zuschussrente angewiesen sein, um überleben zu können. Hier plant das Ministerium die Niedrigrenten nicht pauschal auf 850 Euro anzuheben. Stattdessen solle sich die Zuschussrente an der Höhe der zuvor gezahlten Beiträge bemessen und auf maximal 850 Euro steigen, heißt es. Von der Leyen rechnet damit, dass bis 2030 fast 1,4 Millionen Rentner, vor allem Frauen, von der geplanten Zuschussrente profitieren werden.

Darauf verlassen sollten sich Frauen nicht. Sie tun besser daran, sich verantwortlich um die eigene Alterssicherung zu kümmern und vor allem den Weg aus Minijobs und Niedriglöhnen zu suchen. Denn hier liegt vielfach die Ursache für den geringen Betrag auf dem Rentenkonto.

Branka Kramaric am 20. März 2012 um 12:49 Uhr
 
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Zuverdienst ist genau mein Fachgebiet. Vielen Dank für diesen aktuellen und gut recherchierten Artikel dazu. Viele liebe Grüße, Arbesa.

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