Wiedereinstieg Blog von Branka KramaricWiedereinstieg Blog

23. Februar 2011 // Wer ist heute für die Pflege zuständig?

Neben der Debatte um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf rückt auch das Thema der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf immer mehr in den Vordergrund.

Bis 2050 wird die Zahl der pflegebedürftigen Menschen von 2,13 Millionen auf 4 Millionen ansteigen und die Zahl der Pflegenden wird sich zur gleichen Zeit um 30% verringern.

Diese Zahlen machen deutlich, dass es den Familien, künftig nicht mehr möglich sein wird, die Versorgung der Angehörigen eigenständig zu bewältigen, auch wenn die häusliche Pflege einen Erhalt der Lebensqualität verspricht.

Hauptsächlich sind es die Frauen – Töchter, oder Schwiegertöchter, – die die Pflege der Angehörigen übernehmen. Pflege bedeutet häufig rund um die Uhr zur Verfügung stehen zu müssen, die freie Zeit und die sozialen Kontakte nach Außen gehen verloren. Sie kann mitunter zu einer Einschränkung oder Aufgabe der Erwerbstätigkeit führen. Eine Berufsrückkehr ist nach dem Ende der Pflegezeit mit Schwierigkeiten verbunden.

Männer werden häufig erst im Rentenalter in der Pflege tätig – meist für die eigene Partnerin. Aufgrund veränderter Lebensformen, der heutigen stärkeren Erwerbstätigkeit von Frauen und den vermehrten Single-Haushalten, kommt es immer häufiger vor, dass sich mehr Söhne, oder Schwiegersöhne in der Pflege der Angehörigen nützlich machen. Genauso wie Freunde, Bekannte oder Nachbarn, der zu pflegenden Personen.

Für Unternehmen zählt die Thematik Vereinbarkeit von Beruf und Pflege nach wie vor zu einem Tabuthema, dennoch wird es notwendig, dass sie sich eingehender damit auseinandersetzen und für eine bessere Vereinbarkeit sorgen. Die Rücksichtnahme und das Verständnis auf Seiten der Vorgesetzten und der Kollegen spielt hierfür eine wichtige Rolle. Die Hoffnung der Erwerbstätigen bezieht sich darauf, freigestellt zu werden, oder Sonderurlaub zu bekommen, wenn dies erforderlich ist.

Aus Angst vor einer Entwertung der beruflichen Qualifikationen oder dem Arbeitsplatzverlust, verschweigen jedoch viele Erwerbstätige die häusliche Pflege. Gesundheitliche Probleme, Stress und der ständige Zeitdruck sind häufig die Folge der Doppelbelastung, was nicht selten zu einem Burnout führt. Um dies zu vermeiden, ist es notwendig ein stärkeres Miteinander der Generationen vor Ort zu stärken und sich gegenseitig zu unterstützen.

Branka Kramaric am 23. Februar 2011 um 16:18 Uhr
 
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